Berlin, 10. Apr (Reuters) - Die stark gestiegenen Ölpreise im Zuge des Iran-Krieges haben die Lebenshaltungskosten in die Höhe getrieben. Im März stiegen die Verbraucherpreise um 2,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag mitteilte und damit eine erste Schätzzahl bestätigte. Es ist der höchste Wert seit Januar 2024. Im Februar 2026 hatte die Inflationsrate bei 1,9 und im Januar bei 2,1 Prozent gelegen. "Insbesondere Kraftstoffe und Heizöl haben sich für die Verbraucherinnen und Verbraucher seit Beginn des Iran-Kriegs sprunghaft verteuert", sagte Destatis-Präsidentin Ruth Brand zur Preisentwicklung im März.
Die Preise für Energieprodukte insgesamt lagen vorigen Monat um 7,2 Prozent höher als im März 2025. Das war zugleich der erste Anstieg der Energiepreise gegenüber dem Vorjahresmonat seit Dezember 2023. Im Februar hatte der Preisrückgang noch bei 1,9 Prozent gelegen.
Fürs Tanken mussten die Autofahrer im März weit tiefer in die Tasche greifen: Kraftstoffe verteuerten sich gegenüber dem Vorjahresmonat um satte 20,0 Prozent. Die Preise für leichtes Heizöl erhöhten sich sogar um 44,4 Prozent: "Diese deutlichen Preissprünge resultierten maßgeblich aus den Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten und der dadurch ausgelösten Preisentwicklung auf dem Rohölmarkt", erläuterten die Statistiker.
Trotz des Preisanstiegs beim leichten Heizöl war Haushaltsenergie insgesamt im März um 1,2 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor. So blieben Strom (-4,5 Prozent), Erdgas einschließlich Betriebskosten (-2,9 Prozent) und Fernwärme (-1,2 Prozent) binnen Jahresfrist günstiger, was laut Destatis unter anderem auf die seit Jahresbeginn umgesetzten Maßnahmen der Bundesregierung zurückzuführen ist. Dazu zählen zum Beispiel reduzierte Übertragungsnetzentgelte und die Abschaffung der Gasspeicherumlage.
Die Preise für Nahrungsmittel lagen im März um 0,9 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Damit schwächte sich der im Februar beobachtete Preisauftrieb (+1,1 Prozent) etwas ab. Gegenüber dem Vormonat stiegen die deutschen Verbraucherpreise im März 2026 insgesamt um 1,1 Prozent.
(Bericht von Reinhard Becker, redigiert von Elke Ahlswede. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)