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10.04.2026 /06:13:38
WDHLG-IWF mahnt Zentralbanken zur Vorsicht bei Folgen des Iran-Krieges

(Wiederholung vom Vorabend)
Washington, 09. Apr (Reuters) - Der Internationale
Währungsfonds (IWF) mahnt Notenbanken im Umgang mit den
wirtschaftlichen Folgen des Nahost-Krieges zur Vorsicht. Die
Zentralbanken müssten zwar bereit sein, die Geldpolitik zu
straffen, um eine Inflationsspirale durch anhaltende
Energiepreisschocks zu vermeiden, sagte IWF-Chefin Kristalina
Georgiewa am Donnerstag. Zugleich müssten sie jedoch auf eine
mögliche Abschwächung der Nachfrage achten, die gegen
Zinserhöhungen spreche. Im Vorfeld der Jahrestagung von IWF und
Weltbank in der kommenden Woche erklärte sie, dass die
Notenbanken die Zinsen bei einem leichten Inflationsanstieg
stabil halten könnten, falls die Waffenruhe im Iran-Krieg halte
und der Ölpreisschock nur von kurzer Dauer sei. Dies käme de
facto einer Lockerung der Geldpolitik gleich.

Georgiewa warnte die Währungshüter davor, die Zinsen voreilig anzuheben, nur weil sie auf die Inflation nach der Corona-Pandemie zu langsam reagiert hätten. "Seien Sie wachsam, konzentrieren Sie sich auf die Rahmenbedingungen, denn wenn Sie vorzeitig und unnötig straffen, verpassen Sie dem Wachstum einen Dämpfer", sagte die IWF-Chefin. "Dann könnte die Nachfrage schrumpfen. Und dann wird aus einem Angebotsschock ein Angebots- und Nachfrageschock. Das könnte hässlich werden." Zwar seien die kurzfristigen Inflationserwartungen gestiegen, die langfristigen hätten sich jedoch nicht verändert. Dies sei sehr gut und wichtig, um zu verhindern, dass die Erwartungen aus dem Ruder laufen und eine teure Inflationsspirale auslösen.

Der am 28. Februar ausgebrochene Krieg zwischen dem Iran sowie den USA und Israel hat die weltweite Schifffahrt behindert und den Ölpreis um 50 Prozent in die Höhe getrieben. Der IWF hatte in dieser Woche davor gewarnt, dass der Konflikt unabhängig von seiner Dauer zu höheren Preisen und einem langsameren Wachstum führen werde.

Georgiewa betonte zudem, dass Fiskal- und Geldpolitik nicht in entgegengesetzte Richtungen wirken dürften. Der IWF arbeite mit den Ländern an staatlichen Hilfspaketen, die mit Auslaufklauseln versehen seien, um ihre Befristung sicherzustellen. "Wenn man in diesem Moment schuldenfinanzierte Konjunkturprogramme auflegt, würde das die Geldpolitik stärker belasten", erklärte sie. "Es wäre so, als würde man mit einem Fuß auf dem Gaspedal und mit dem anderen auf der Bremse fahren - das ist nicht gut."

(Bericht von David Lawder und Andrea Shalal, geschrieben von Hans Busemann. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)

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