Nachricht


10.04.2026 /09:38:09
Chinas Präsident Xi fordert bei Treffen mit Taiwans Opposition "Wiedervereinigung"

Peking, 10. Apr (Reuters) - Der chinesische Präsident Xi Jinping hat bei einem Treffen mit der taiwanischen Oppositionsführerin Cheng Li-wun am Freitag eine Unabhängigkeit der Insel strikt abgelehnt. Bestrebungen in diese Richtung seien der Hauptgrund für die Gefährdung des Friedens in der Straße von Taiwan, sagte Xi in Peking und forderte weitere Schritte zur "Wiedervereinigung". Cheng, die Vorsitzende der größten taiwanischen Oppositionspartei Kuomintang (KMT), befindet sich nach eigenen Angaben auf einer Friedensmission in der Volksrepublik, um die Spannungen zwischen beiden Seiten abzubauen.

Bei der Zusammenkunft in der Großen Halle des Volkes betonte Xi staatlichen Medien zufolge das "Ein-China-Prinzip". Die Menschen auf beiden Seiten der Meerenge seien Chinesen und gehörten zu einer Familie. Die Frage der Unabhängigkeit sei hauptverantwortlich dafür, dass der Frieden in der Straße von Taiwan gefährdet sei. "Wir werden dies absolut nicht tolerieren oder dulden." Die KMT und die Kommunistische Partei müssten sich zusammentun, um das Land wiederzuvereinigen. Cheng sprach sich für gegenseitige Beziehungen aus und lud Xi nach Taiwan ein. Die Taiwanstraße dürfe kein "Schachbrett für das Eingreifen von außen" werden, sagte sie.

Die Führung in Peking weigert sich, mit dem taiwanesischen Präsidenten Lai Ching-te zu sprechen, und bezeichnet ihn als "Separatisten". Lais Regierung hatte Cheng im Vorfeld der Reise aufgefordert, China zur Einstellung seiner militärischen Drohgebärden zu drängen. Peking müsse den Dialog mit der demokratisch gewählten Regierung in Taipeh suchen, hieß es. China beansprucht Taiwan als eigenes Staatsgebiet und hat den militärischen Druck zuletzt erhöht.

Die KMT regierte einst ganz China, bis die von ihr geführte Regierung der Republik China 1949 nach dem verlorenen Bürgerkrieg gegen die Kommunisten unter Mao Zedong nach Taiwan floh. Bis heute wurde kein Friedensvertrag unterzeichnet, und keine der beiden Regierungen erkennt die andere formell an. Wichtigster internationaler Unterstützer und Waffenlieferant Taiwans sind die USA, auch wenn Washington keine formellen diplomatischen Beziehungen zu Taipeh unterhält. Peking hat die USA wiederholt aufgefordert, die Rüstungslieferungen an die Insel einzustellen.

(Bericht des Reuters-Büros Peking und Ben Blanchard in Taipeh, bearbeitet von Alexander Ratz. Redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

Hinsichtlich weiterer Informationen und einer gegebenenfalls erforderlichen Offenlegung potenzieller Interessenkonflikte nach § 85 WpHG der für die Erstellung der zugrunde liegenden Finanzinformationen oder Analysen verantwortlichen Unternehmen wird auf das Informationsangebot dieser Unternehmen (Internetseite und andere Informationskanäle) verwiesen.