Nachricht


10.04.2026 /11:32:15
Warburg Pincus investiert zusammen mit Münchener Rück in Rüstung

München, 10. Apr (Reuters) - Der Finanzinvestor Warburg Pincus will zusammen mit der Fonds-Tochter der Münchener Rück <MUVGn.DE> eine Milliardensumme in europäische Rüstungsfirmen stecken. Warburg Pincus sammelt dafür derzeit Geld für eine spezielle Fonds-Plattform ein, bei der die Münchener-Rück-Tochter MEAG als Ankerinvestor einsteigt. Einem Bloomberg-Bericht zufolge soll der Rüstungsfonds bis zu 1,5 Milliarden Euro schwer werden. Warburg Pincus wollte sich dazu nicht äußern. Ziel des Fonds sind Mehrheitsbeteiligungen an etablierten mittelständischen Firmen, die frisches Kapital brauchen, um ihre Kapazitäten zu erweitern.

Die Branche sei angesichts der Aufrüstung in Europa gezwungen, schnell deutlich größer zu werden, sagte Tobias Weidner, der bei Warburg Pincus für Beteiligungen an Industrieunternehmen in Europa zuständig ist. "Wir glauben, dass das für uns eine überzeugende langfristige Gelegenheit ist, um das Wachstum von hochwertigen Unternehmen zu unterstützen, die in strategisch wichtigen Sektoren tätig sind." Fondsgesellschaften und große Kapitalanleger hatten sich jahrelang in der Rüstungsbranche zurückgehalten, weil diese nicht als konform mit ESG-Kriterien galt. Doch das hat sich geändert. Münchner-Rück-Kapitalanlage-Vorstand Nicholas Gartside sagte, Rüstung und Sicherheit seien strategisch wichtige Branchen, weil sie die Widerstandsfähigkeit Europas stärkten.

Warburg Pincus baue dabei auf die eigene Erfahrung in der Luftfahrt- und Rüstungsbranche in Europa und den USA, hieß es in der Mitteilung. Zudem hat sich der Investor mit einer Gruppe hochrangiger Bundeswehr- und Nato-Generäle und Rüstungsmanager verstärkt. Die ehemalige Renk <R3NK.DE>-Chefin Susanne Wiegand und der frühere TKMS <TKMS.DE>-Chef Rolf Wirtz beraten Warburg Pincus.

(Bericht von Alexander Hübner, redigiert von Philipp Krach. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

Hinsichtlich weiterer Informationen und einer gegebenenfalls erforderlichen Offenlegung potenzieller Interessenkonflikte nach § 85 WpHG der für die Erstellung der zugrunde liegenden Finanzinformationen oder Analysen verantwortlichen Unternehmen wird auf das Informationsangebot dieser Unternehmen (Internetseite und andere Informationskanäle) verwiesen.