Frankfurt, 10. Apr (Reuters) - Es folgt der Börsen-Ticker zu wichtigen Kursbewegungen an den internationalen Finanzmärkten und ihren Ursachen:
11.10 Uhr - Der seit der Ankündigung der Waffenruhe im Iran-Krieg unter Druck stehende US-Dollar steuert auf seinen größten Wochenverlust seit Januar zu. Der Dollar-Index <.DXY>, der die Devise zu anderen wichtigen Währungen misst, stand Freitagmittag mit 98,94 Punkten auf Wochensicht rund 1,3 Prozent im Minus. "Die Leute kauften den US-Dollar, als der Krieg am heftigsten war, und jetzt verkaufen sie ihn, da das Risiko eines wirklich schlimmen Ausgangs deutlich nachgelassen hat", sagte Jason Wong, Stratege bei BNZ. "Auch wenn die Lage noch etwas unsicher erscheint, ist die Waffenruhe, die dieses letzte Risiko beseitigt, für die Stimmung wichtig", sagte er. Sollten die am Wochenende erwarteten Friedensgespräche keine Fortschritte bringen, könne das aber schnell wieder kippen. Der Euro <EUR=> kommt bei aktuell 1,1707 Dollar auf ein Wochenplus von rund 1,7 Prozent.
10.45 Uhr - Vor den Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran am Wochenende werden Aktien von Rüstungsunternehmen von den Anlegern verkauft. Der europäische Sektorindex <.SXPARO> verliert bis zu ein Prozent auf 2793 Punkte. "Die bittere Logik der Börse: Waffenstillstände sind reinstes Gift für Rüstungskonzerne", sagt Frank Sohlleder, Analyst bei ActivTrades. Die rote Laterne im Dax halten die Papiere von Rheinmetall <RHMG.DE>, die um 1,6 Prozent abtauchen. Die Aktie kämpfe bereits seit Oktober vergangenen Jahres vergeblich darum, ihren Aufwärtstrend wieder aufzunehmen, sagt Sohlleder. Papiere von Hensoldt <HAGG.DE> sind mit einem Minus von 2,1 Prozent größter MDax <.MDAXI>-Verlierer. Aktien von Renk <R3N.DE> fallen um rund ein Prozent.
10.00 Uhr - Die Aktien des französischen Catering- und Dienstleistungskonzerns Sodexo <EXHO.PA> brechen angesichts einer enttäuschenden Geschäftsentwicklung ein. Die Aktien verlieren in der Spitze knapp 20 Prozent und steuern auf den größten Tagesverlust seit März 2025 zu. "Sodexo hat ein sehr schwaches Ergebnis für das erste Halbjahr gemeldet, selbst im Vergleich zu den bereits gesenkten Erwartungen", sagen Analysten von JP Morgan. Die Gewinnwarnung für 2026 sehe "noch besorgniserregender" aus. Die Gruppe rechnet in diesem Jahr mit einer operativen Marge von 3,2 Prozent bis 3,4 Prozent, nachdem zuvor ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahreswert von 4,7 Prozent erwartet worden war.
09.45 Uhr - Im Vorfeld von US-Inflationsdaten gibt der Goldpreis etwas nach. Die Feinunze <XAU=> verbilligt sich um 0,2 Prozent auf 4752,67 Dollar. "Es herrscht Unklarheit darüber, wie sich die Waffenruhe im Nahen Osten entwickelt und was das für die Energiemärkte bedeutet ? daher befinden wir uns vor dem letzten Handelstag der Woche in einer Art Warteschleife", sagte Kyle Rodda, Finanzmarktanalyst bei Capital.com. Seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar ist der Preis des Edelmetalls um rund zehn Prozent gefallen. Die stark gestiegenen Energiepreise schürten Inflationsängste und Spekulationen auf höhere US-Zinsen. Gold steht bei möglichen Zinserhöhungen unter Druck, da es als zinslose Anlage keine laufenden Erträge abwirft.
07.30 Uhr - Die Sorgen über weitere Unterbrechungen der Ölversorgung im Nahen Osten treiben die Preise nach oben. Am Rohstoffmarkt verteuert sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um ein Prozent auf 96,83 Dollar je Barrel (159 Liter). US-Öl WTI <CLc1> notiert 0,6 Prozent fester bei 98,43 Dollar. In dieser Woche haben beide Kontrakte bisher elf Prozent an Wert verloren, der größte wöchentliche Rückgang seit Juni 2025. Die angekündigte Waffenruhe im Iran-Krieg hatte zunächst für einen Preissturz gesorgt. Die anfängliche Erleichterung sei aber schnell von Zweifeln überschattet worden, schreibt IG-Marktanalyst Tony Sycamore in einer Mitteilung. Alle Augen seien weiterhin fest auf die Tankerströme in der Straße von Hormus gerichtet, um Anzeichen für eine verstärkte Aktivität im Vorfeld der in Pakistan geplanten Friedensgespräche zu erkennen. Der Tankerverkehr in der strategisch wichtigen Wasserstraße ruht immer noch weitgehend. Zudem haben Angriffe auf saudische Energieanlagen die Ölproduktionskapazität des Königreichs um rund 600.000 Barrel pro Tag und den Durchsatz der Ost-West-Pipeline um etwa 700.000 Barrel pro Tag reduziert, berichtet die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA.
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