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10.04.2026 /12:04:29
NAHOST-TICKER-Verband laut "FT": Europäischen Flughäfen droht Kerosin-Mangel

10. Apr (Reuters) - Es folgen Meldungen rund um die Entwicklungen im Nahen Osten. Zum Teil lassen sich Angaben nicht unabhängig überprüfen.

11.58 Uhr - Den europäischen Flughäfen droht einem Zeitungsbericht zufolge ein "systemischer" Mangel an Kerosin, sollte die Straße von Hormus nicht innerhalb von drei Wochen wieder vollständig geöffnet werden. Dies berichtet die "Financial Times" unter Berufung auf ein Schreiben des europäischen Flughafenverbandes ACI. Die Nachrichtenagentur Reuters kann den Bericht zunächst nicht überprüfen.

11.50 Uhr - Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, befürchtet Diesel- und Kerosin-Engpässe in Europa. "Wenn sich die Lage nicht verbessert, könnten Diesel und Kerosin in Europa bald knapp werden. Nicht sofort, aber in den kommenden Wochen", sagt der Ökonom im Interview mit dem "Spiegel". "Viele Treibstofflager haben sich in den vergangenen Wochen geleert. Wenn sich die globale Diesel- und Kerosinproduktion nicht bald erholt, könnte es im Monat Mai für einige europäische Staaten brenzlig werden." Welche Staaten das sind, wollte Birol nicht sagen.

11.45 Uhr - Kanzler Friedrich Merz wird den Präsidenten der Afrikanischen Union, Mahmoud Ali Youssouf, am Dienstag im Kanzleramt empfangen. Bei dem Gespräch soll es auch um die Auswirkungen des Iran-Kriegs gehen, sagt ein Regierungssprecher. Etliche afrikanische Länder klagen etwa über die stark gestiegenen Preise für Öl und Dünger durch den Krieg.

11.30 Uhr - Der Libanon will nach Angaben eines Insiders in der kommenden Woche an einem Treffen mit Vertretern der USA und Israels in Washington teilnehmen, um eine Waffenruhe zu besprechen und zu verkünden. Das genaue Datum stehe noch nicht fest, sagt ein hochrangiger libanesischer Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Die Position des Libanon sei, dass eine Waffenruhe die Voraussetzung für weitere Gespräche über ein umfassenderes Abkommen mit Israel bilde, erklärt er weiter.

10.50 Uhr - Dem Libanon droht nach Angaben des UN-Welternährungsprogramms (WFP) eine Krise bei der Lebensmittelversorgung, da der Iran-Krieg die Lieferung von Gütern im Land beeinträchtigt. "Was wir erleben, ist nicht nur eine Vertreibungskrise, es entwickelt sich rasch zu einer Krise der Lebensmittelsicherheit", sagt WFP-Länderdirektorin Allison Oman per Videoschalte aus Beirut. Sie warnt davor, dass Nahrungsmittel wegen steigender Preise und der wachsenden Nachfrage von vertriebenen Familien zunehmend unerschwinglich würden.

08.40 Uhr - Commerzbank-Ökonom Vincent Stamer weist darauf hin, dass der Iran mit der faktischen Kontrolle der Straße von Hormus ein Druckmittel gegenüber der gesamten Weltwirtschaft in der Hand hält. "Auch wenn Europa ? und gerade Deutschland ? einen Großteil seines Erdöls und Erdgases aus anderen Ländern und nicht aus dem Mittleren Osten erhält, können Lieferketten gefährdet werden", warnt der Experte. Denn Deutschland und die anderen europäischen Länder importierten diverse Waren wie Chemikalien, Edelgase und Aluminium aus den Anrainerstaaten des Persischen Golfs. Zudem ergebe sich eine indirekte Abhängigkeit durch Länder insbesondere in Asien, die ihrerseits abhängig sind von Energie aus dem Mittleren Osten und wichtige Lieferanten für die deutsche und europäische Industrie sind: "Aktuell ist der Verkehr in der Meerenge de facto noch eingestellt, und auch in Zukunft dürfte es immer wieder zumindest zu Einschränkungen kommen", prophezeit Stamer.

01.50 Uhr - Kuwait verurteilt nach Angaben des Außenministeriums Drohnenangriffe des Iran und seiner Verbündeten auf wichtige Einrichtungen des Landes. Die Vorfälle seien eine Verletzung der Souveränität und des Luftraums, teilt das Ministerium mit. Die staatliche Nachrichtenagentur meldet einen Drohnenangriff auf einen Standort der Nationalgarde. Dabei sei erheblicher Sachschaden entstanden, Verletzte gebe es nicht. Die iranischen Revolutionsgarden weisen in staatlichen Medien zurück, während der geltenden Waffenruhe Angriffe auf Golfstaaten verübt zu haben. Kuwait erklärt, die Angriffe untergrüben die Bemühungen um eine Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran.

01.15 Uhr - US-Präsident Donald Trump kritisiert das Vorgehen des Iran in der Straße von Hormus. Der Iran mache einen "sehr schlechten Job - manche würden sagen einen unehrenhaften", wenn es darum gehe, Öl passieren zu lassen, schreibt Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social. "Das ist nicht die Vereinbarung, die wir haben!", fügt er hinzu.

00.45 Uhr - Nach Angaben des israelischen Militärs hat die Hisbollah eine Rakete auf Israel abgefeuert und damit in Teilen des Landes Luftalarm ausgelöst, darunter auch in Tel Aviv. Die Miliz selbst erklärte, sie habe am späten Abend israelische militärische Infrastruktur in der nördlichen Stadt Haifa angegriffen.

00.25 Uhr - Der britische Premierminister Keir Starmer verurteilt bei Treffen mit den Staatschefs von Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) die iranischen Angriffe auf die Länder. Bei einem Gespräch mit dem Präsidenten der VAE, Scheich Mohammed bin Sajed al-Nahjan, in Abu Dhabi seien sich beide einig, dass die iranischen Angriffe auf die zivile Infrastruktur in der Region nicht zu rechtfertigen seien, teilt der Regierungssitz Downing Street mit. Zudem erörterten sie die Lage in der Straße von Hormus und die Notwendigkeit, den freien Warenverkehr zur Unterstützung der globalen Lieferketten wiederherzustellen. Starmer sprach den Angaben zufolge auch mit dem König von Bahrain, Hamad bin Isa al-Chalifa.

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