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10.04.2026 /13:27:32
FOKUS 1-OMV bekommt mit BP-Managerin Delaney wohl erstmals eine Chefin

(neu: Statement von BP, mehr Details, Hintergrund)
 
*BP-Managerin Delaney soll ab September OMV leiten
 
*Vertrag läuft zunächst über drei Jahre mit
Verlängerungsoption
 
*Vertrag von Finanzchef Florey soll verlängert werden
 
Wien, 10. Apr (Reuters) - Der österreichische
Energiekonzern OMV bekommt voraussichtlich erstmals
eine Chefin. Der Nominierungsausschuss habe die langjährige
BP-Managerin Emma Delaney als neue Vorstandsvorsitzende
und Nachfolgerin von Alfred Stern vorgeschlagen, teilte das
Unternehmen am Freitag in Wien mit. Die 52-jährige Irin solle
das Amt zum 1. September 2026 übernehmen. Ihr Vertrag laufe
zunächst über drei Jahre und könne in beiderseitigem
Einvernehmen um zwei weitere verlängert werden. Die Zustimmung
des Aufsichtsrats steht noch aus, wird aber allgemein als
Formsache angesehen. Zudem empfahl der Ausschuss, den Vertrag
von Finanzvorstand Reinhard Florey um zwei Jahre zu verlängern.

Die designierte OMV-Chefin ist seit 1995 für BP tätig. Zuletzt leitete sie dort das Kunden- und Produktgeschäft mit mehr als 50.000 Beschäftigten, das unter anderem das Tankstellennetz, Schmierstoffe und die Ladeinfrastruktur für Elektroautos umfasst. Laut OMV bringt sie zudem profunde Kenntnisse im Up- und Downstream- sowie im Flüssiggas-Geschäft (LNG) mit. BP teilte unterdessen mit, Delaney habe Vorstandschefin Meg O'Neill über ihren Weggang informiert. Richard Harding werde ab dem 13. April kommissarisch die Leitung ihres bisherigen Bereichs übernehmen. Harding war erst im Februar nach einer zweijährigen Auszeit zu BP zurückgekehrt und verantwortet seitdem den Vertrieb und das Marketing unter Delaney.

Um die Schuldenlast zu senken und die Profitabilität zu steigern, baut BP den von Delaney verantworteten Bereich derzeit um. Der britische Konzern veräußerte zuletzt Teile seines Einzelhandelsnetzes und verkaufte Ende vergangenen Jahres eine Mehrheitsbeteiligung an seinem größten Schmierstoffgeschäft Castrol. Darüber hinaus schichtet BP Milliarden aus dem Geschäft mit CO2-armen Energien in den klassischen Öl- und Gassektor um.

Delaney übernimmt das Ruder bei der OMV in einer geopolitisch und strategisch überaus anspruchsvollen Zeit. Der scheidende OMV-Chef Stern hatte die Führung von Österreichs größtem Industriekonzern im September 2021 übernommen. Sein Vertrag läuft Ende August 2026 aus. Unter seiner Führung trieb die OMV den strategischen Umbau weg vom klassischen Öl- und Gasgeschäft hin zur Chemie und Kreislaufwirtschaft voran. Als seinen größten Erfolg bezeichnete der 61-Jährige die mit dem arabischen Kernaktionär Adnoc ausgehandelte Fusion von Borealis und Borouge sowie die Übernahme der kanadischen Nova Chemicals. Die lange verhandelte Gründung des neuen Konzerns Borouge International wurde inmitten des Iran-Krieges Ende März abgeschlossen. Durch den Zusammenschluss entsteht der weltweit viertgrößte Polyolefin-Produzent mit einer Kapazität von 13,6 Millionen Tonnen pro Jahr.

Der Nahost-Konflikt hinterlässt bei dem Unternehmen jedoch Spuren: Nach einem iranischen Angriff auf Anlagen in den Vereinigten Arabischen Emiraten musste Borouge Teile seiner Produktion vorübergehend stilllegen. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters Ende März betonte Stern dennoch die hohe Profitabilität des neuen Konzerns. Dem Manager zufolge lag die operative Marge auf Pro-forma-Basis in den vergangenen fünf Jahren bei rund 25 Prozent. Zudem mache die weltweite Aufstellung das Unternehmen weniger anfällig für Störungen in den Lieferketten, sagte Stern.

(Bericht von Alexandra Schwarz-Goerlich, Mitarbeit von Shadia Nasralla, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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