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24.11.2025 /18:32:27
FOKUS 2-Zinshoffnungen schieben Europas Börsen an

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Wetten auf US-Zinssenkung ziehen an

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Wall Street treibt auch Dax

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Bayer-Aktie hebt nach Studienerfolg ab

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Rüstungswerte geben weiter nach
 
(Neu: Schlusskurse, Wall Street)
Frankfurt, 24. Nov (Reuters) - Neue Spekulationen auf
eine bevorstehende Zinssenkung in den USA haben die Kauflaune an
den europäischen Aktienmärkten wieder entfacht. Der Dax <.GDAXI>
zog am Montag 0,6 Prozent auf 23.239 Punkte an, nachdem er am
Freitag zeitweise unter die psychologisch wichtige
23.000-Punkte-Marke gefallen war. Der EuroStoxx50 <.STOXX50E>
stieg zum Wochenauftakt um 0,3 Prozent auf 5528 Zähler. Auch an
der Wall Street ging es weiter bergauf. Schon am Freitag hatte
die Aussicht auf eine Zinssenkung der US-Notenbank Fed am 10.
Dezember für Auftrieb gesorgt.

"Am Freitagnachmittag belebten Aussagen von Fed-Mitglied John Williams die Hoffnungen auf eine dritte Zinssenkung in diesem Jahr in den USA", konstatierte Jürgen Molnar, Stratege beim Broker RoboMarkets. Den Worten des einflussreichen Präsidenten der New Yorker Fed zufolge kann die US-Notenbank die Zinsen "in naher Zukunft" noch senken, ohne ihr Inflationsziel zu gefährden. Laut dem CME FedWatch Tool sehen Händler zum Wochenstart eine Wahrscheinlichkeit von rund 78 Prozent, dass die Fed ihren Leitzins im Dezember um 25 Basispunkte senken wird, verglichen mit 42 Prozent in der Vorwoche.

Allerdings standen Williams' Äußerungen im Widerspruch zu anderen Vertretern der US-Notenbank, die vor weiteren Zinssenkungen warnten, solange die Lage der US-Wirtschaft nicht klarer sei. Gegenwind kam zudem von Konjunkturseite. Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Unternehmen hat sich überraschend wieder verschlechtert und damit Hoffnungen auf eine rasche konjunkturelle Wende getrübt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank im November um 0,3 auf 88,1 Punkte; Ökonomen hatten mit einem leichten Anstieg gerechnet. "Von Konjunkturoptimismus mit Blick auf das Jahr 2026 kann deshalb kaum die Rede sein", konstatierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt von der VP Bank.

BAYER-AKTIE HEBT AB - RÜSTUNGSWERTE UNTER DRUCK

Studienergebnisse sorgten unterdessen im Pharmasektor für teilweise kräftige Kursausschläge. So trieben positive Studienergebnisse für den Gerinnungshemmer Asundexian die Aktie von Bayer <BAYGn.DE> rund elf Prozent nach oben. Bayer hatte am Sonntag mitgeteilt, dass der einstige Hoffnungsträger in einer zulassungsrelevanten Studie das Schlaganfall-Risiko signifikant verringert. Unter Experten und Analysten sei von einem Blockbuster-Potenzial von bis zu drei Milliarden Euro Jahresumsatz die Rede, sagte Molnar.

Dagegen erlitt der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk bei der Entwicklung eines Alzheimer-Mittels einen Rückschlag. Der getestete Wirkstoff Semaglutid, auch Basis der bekannten Abnehmspritze Wegovy, erreichte in zwei entscheidenden Phase-3-Studien nicht das Hauptziel. Die Titel brachen zeitweise mehr als zwölf Prozent ein. Die Ergebnisse der Studie sind besonders relevant, da Alzheimer nach dem Erfolg bei Diabetes und Fettleibigkeit einen lukrativen neuen Markt für GLP-1-Medikamente wie Semaglutid eröffnet hätte.

Die Papiere des US-Konkurrenten Biogen <BIIB.O> legten dagegen um bis zu 5,6 Prozent zu. In den USA sind Leqembi von Biogen und seinem Partner Eisai sowie Kisunla von Eli Lilly <LLY.N> die einzigen zugelassenen Behandlungen gegen Alzheimer.

Hoffnungen auf einen Waffenstillstand in der Ukraine setzten unterdessen den Rüstungssektor weiter unter Druck. "Allerdings gilt auch hier, dass wir schon oft an diesem Punkt waren und der Friedensplan der Amerikaner derzeit noch für mehr Verwirrung, Unverständnis und damit Diskussionen sorgt", sagte Christine Romar vom Broker CMC Markets. Rheinmetall <RHMG.DE>-Aktien rutschten um fünf Prozent ab und waren damit der größte Dax-Verlierer. Die Titel von Renk <R3NK.DE> und Hensoldt <HAGG.DE> gaben ebenfalls mehr als vier Prozent nach.

Nach unten ging es auch für europäische Rivalen wie Thales <TCFP.PA>, Leonardo und BAE Systems, was den Branchenindex <.SXPARO> mehr als zwei Prozent ins Minus drückte. Am Sonntag waren bei Gesprächen in Genf über einen Plan zur Beendigung des Ukraine-Krieges nach Angaben der USA Fortschritte erzielt worden.

(Bericht von Stefanie Geiger, redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)



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