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| Anleger setzen auf US-Zinssenkung im Dezember |
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| Nasdaq zieht 2,5 Prozent an |
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| Tech-Bewertungsängste auf Eis |
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| Bristol-Myers profitiert von Bayer-Erfolg |
| (Schwerpunkt US-Börsen) |
| 24. Nov (Reuters) - Die zunehmenden Wetten auf eine |
| Zinssenkung der US-Notenbank im Dezember schieben die Sorgen |
| über überzogene Bewertungen im Tech-Sektor weiter in den |
| Hintergrund. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte zog am |
| Montag ein halbes Prozent auf 46.460 Punkte an. Der breiter |
| gefasste S&P 500 <.SPX> stieg um 1,5 Prozent auf 6699 Zähler. Der |
| Run auf Tech-Werte bescherte dem technologielastigen Index |
| Nasdaq <.IXIC> das größte Plus: er kletterte um 2,5 Prozent auf |
| 22.819 Punkte. |
Schon am Freitag hatten Äußerungen des einflussreichen Präsidenten der New Yorker Fed, John Williams, für positive Impulse gesorgt. Williams zufolge könnte die US-Notenbank die Zinsen "in naher Zukunft" noch senken, ohne ihr Inflationsziel zu gefährden. Äußerungen von Fed-Gouverneur Christopher Waller gaben den Spekulationen am Montag neue Nahrung: Die verfügbaren Daten deuteten darauf hin, dass der US-Arbeitsmarkt schwach genug sei, um eine weitere Zinssenkung um einen Viertelpunkt zu rechtfertigen.
Allerdings blieben die Entscheidungsträger der Fed in der Zinsfrage weiter gespalten. "Das vorherrschende Thema bleibt im Moment die Unsicherheit", sagte Lilian Chovin von der britischen Privatbank Coutts. "Wir werden bis zum 10. Dezember, wenn wir die Entscheidung der Fed und die dazugehörigen Kommentare erhalten, in einem unruhigen Markt bleiben."
Laut dem CME FedWatch Tool sehen Händler zum Wochenstart eine Wahrscheinlichkeit von rund 79 Prozent, dass die Fed ihren Leitzins im Dezember um 25 Basispunkte senken wird, gegenüber 42 Prozent in der Vorwoche. Die zunehmenden Spekulationen auf eine bevorstehende Zinssenkung in den USA hatten zuvor auch die Kauflaune an den europäischen Aktienmärkten wieder entfacht.
Die Wetten auf fallende US-Zinsen hinterließen dagegen beim Dollar wenig Spuren. Der Dollar-Index <=USD> notierte stabil. "Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im nächsten Monat heute etwas gestiegen ist, scheint dies nur geringe Auswirkungen auf den Dollar zu haben, was bedeutet, dass die Frage noch etwas offen ist", kommentierte Marc Chandler, Stratege bei Bannockburn Global in New York. Mit Spannung warteten Anleger auf Daten zu den Einzelhandelsumsätzen und den Erzeugerpreisen in den USA, um weitere Rückschlüsse auf den geldpolitischen Kurs der US-Notenbank zu ziehen.
Anleger griffen vor allem bei Börsenschwergewichten zu und versuchten die Furcht hinter sich zu lassen, dass sich der KI-Boom in eine Blase verwandeln könnte. Die Aktien von Alphabet <GOOGL.O> verteuerten sich um rund sechs Prozent, die Titel von Tesla <TSLA.O> zogen um 7,5 Prozent an. Broadcom <AVGO.O>-Aktien legten rund zehn Prozent zu. Ein Halbleiter-Index <.SOX> stieg um knapp fünf Prozent. "Es ist eine Kombination aus dem Enthusiasmus für Zinssenkungen, der sich seit den Äußerungen von Williams am Freitagmorgen komplett gedreht hat, und der üblichen Angst, etwas zu verpassen", sagte Steve Sosnick, Analyst bei Interactive Brokers.
Die Deutsche Bank geht davon aus, dass der S&P 500 bis Ende 2026 die Marke von 8000 Punkten erreichen wird und verweist auf robuste Unternehmensergebnisse und KI-getriebene Gewinne.
Die Aussicht auf eine Verlängerung von Subventionen für die als "Obamacare" bekannte US-Krankenversicherung trieb auch einige US-Krankenversicherer und Krankenhausbetreiber an. Die Titel von Centene <CNC.N> stiegen um 7,5 Prozent, Oscar Health <OSCR.N> verteuerte sich um rund 20 Prozent, nachdem das Magazin "Politico" berichtet hat, dass das Weiße Haus die Prämienvergünstigungen des "Affordable Care Act" um zwei Jahre verlängern wolle. Unterdessen legte Bristol-Myers <BMY.N> um knapp fünf Prozent zu, nachdem Rivale Bayer <BAYGn.DE> positive Daten aus der Spätphase seines Herz-Kreislauf-Medikaments vorgelegt hatte.
(Bericht von Johann M Cherian und Pranav Kashyap, geschrieben von Stefanie Geiger, redigiert von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)