25. Nov (Reuters) - Die Ankündigung des Familienunternehmer-Verbands, künftig auch mit der AfD sprechen zu wollen, stößt auf breite Kritik aus Wirtschaft und Politik. "Empörung allein hat sich als politische Strategie erschöpft", verteidigte Verbandspräsidentin Marie-Christine Ostermann am Montag den umstrittenen Kurswechsel. Die Bundesvorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT), Gitta Connemann (CDU), hielt dem entgegen, die AfD sei kein Partner für den Mittelstand: Eine nationalistische Wirtschaftspolitik würde Exporte torpedieren sowie Arbeitsplätze zerstören. Der Industrieverband BDI distanzierte sich ebenfalls und suche nicht den Austausch mit der AfD, die mit populistischen Positionen stabile Rahmenbedingungen zu erschüttern versuche. Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), warnte, die in Umfragen bei etwa 25 Prozent liegende Partei als normal zu behandeln, könne der Wirtschaft erheblich schaden.
(Bericht von Isabelle Noack. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)