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25.11.2025 /09:52:01
Bauaufträge auf höchstem Niveau seit fast dreieinhalb Jahren

Berlin, 25. Nov (Reuters) - Die deutsche Baubranche bekommt wieder mehr zu tun: Ihre Neuaufträge wuchsen im September den dritten Monat in Folge. Damit erreichte das Auftragsniveau im Bauhauptgewerbe den höchsten Stand seit März 2022, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Das Neugeschäft legte dabei um 7,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat zu. Im August hatte es ein Plus von 2,6 Prozent gegeben, im Juli von 0,3 Prozent. Die Daten sind jeweils inflations-, kalender- und saisonbereinigt.

Das Niveau von September 2024 wurde sogar um 20,7 Prozent übertroffen. Die Bauindustrie sprach deshalb von ersten positiven Nachrichten nach Monaten des Abwärtstrends. Wichtig sei nun, dass konkrete Projekte auch an den Start gebracht werden, sagte der Hauptgeschäftsführer der Bauindustrie, Tim-Oliver Müller.

Das Neugeschäft im Tiefbau, wozu der staatlich dominierte und oftmals auch von Großaufträgen geprägte Straßenbau zählt, nahm im September um 13,2 Prozent zu. "Die Infrastrukturinvestitionen machen sich allmählich in den Statistiken bemerkbar", sagte der Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank, Cyrus de la Rubia, mit Blick auf die Milliardenausgaben des Bundes. Der Hochbau - der vor allem durch den Wohnungsbau geprägt und überwiegend von der privaten Nachfrage abhängig ist - meldete dagegen nur einen Zuwachs von 1,7 Prozent.

Die Unternehmen fuhren im September einen Umsatz von 10,9 Milliarden Euro ein, was einem Plus von 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht. Inflationsbereinigt blieb ein Zuwachs von 5,1 Prozent übrig. Von Januar bis September nahmen die realen Umsätze um 1,5 Prozent zu. Die Zahl der im Bauhauptgewerbe tätigen Personen stieg im September um 1,5 Prozent. "Angesichts der sich bessernden Auftragslage haben die Unternehmen auch mehr Menschen eingestellt", sagte Chefvolkswirt de la Rubia.

(Bericht von Rene Wagner, redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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