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25.11.2025 /10:49:58
FOKUS 1-Russland sieht keine Fortschritte bei Friedensbemühungen - Pocht auf Trump-Plan

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Russland pocht auf ursprünglichen Trump-Plan

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Macron fordert Nachbesserungen

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Massive Luftangriffe auf kiew
 
(Neu: Peskow, Macron, Luftangriffe)
Moskau/Kiew, 25. Nov (Reuters) -

Die Bemühungen um einen Frieden in der Ukraine treten nach Angaben aus Moskau auf der Stelle. Nach dem Treffen einer russischen Delegation mit dem amerikanischen Unterhändler Dan Discroll in Abu Dhabi gebe es keine neue Entwicklung zu verkünden, erklärte am Dienstag der russische Regierungssprecher Dmitri Peskow. Dagegen mahnte der französische Präsident Emmanuel Macron Verbesserungen an dem Vorschlag von US-Präsident Donald Trump an. "Wir wollen keinen Frieden, der eine Kapitulation wäre", sagte er dem Radiosender RTL. Trotz der Friedensbemühungen griff Russland die Ukraine in der Nacht zum Dienstag massiv aus der Luft an, vor allem die Hauptstadt Kiew. Dort kamen mindestens sechs Menschen ums Leben.

Mit Blick auf die Gegenvorschläge der Europäer und der
Ukraine erklärte Peskow, man habe in Abu Dhabi keine
überarbeitete Fassung des Trump-Plans erhalten. "Derzeit ist das
einzig Substanzielle das amerikanische Projekt, das
Trump-Projekt. Wir sind der Ansicht, dass dies eine sehr gute
Grundlage für Verhandlungen sein könnte." Die Ukraine will
dagegen, dass ihre Vorstellungen in den US-Plänen berücksichtigt
werden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj werde
möglicherweise in den nächsten Tagen in die USA reisen, um mit
Trump ein Abkommen zur Beendigung des Krieges zu schließen,
schrieb der Chef des Nationalen Sicherheitsrates, Rustem
Umjerow, auf Facebook.
 
In der Ukraine und bei europäischen Verbündeten war
Trumps 28-Punkte-Plan reserviert aufgenommen worden. Kritiker
sehen darin weitgehende Konzessionen an russische Kriegsziele
wie große Gebietsannexionen, Rüstungsbeschränkungen für die
Ukraine sowie dem dauerhaften Verbot eines Nato-Beitritts.
Allerdings sind die USA am Wochenende der Ukraine
entgegengekommen.

Unterhändler einigten sich auf ein "verfeinertes Friedensrahmen". US-Außenminister Marco Rubio sprach nach Verhandlungen in Genf von "enormen Fortschritten".



MACRON FORDERT NACHBESSERUNGEN AN TRUMP-PLAN

Macron erklärte, der Friedensplan von Trump gehe zwar in die richtige Richtung, benötige aber Verbesserungen. Zudem könnten nur die Ukrainer entscheiden, zu welchen territorialen Zugeständnissen sie bereit seien. Der deutsche Außenminister Johann Wadephul begrüßte in Berlin die Fortsetzung der Gespräche zwischen Russland und den USA. Es gebe die Chance, dass es schrittweise zu Verhandlungen kommen könne. Zu Einzelheiten des überarbeiteten Trump-Plans wollte er sich nicht äußern. Am Dienstagnachmittag wollte die sogenannte Koalition der Willigen - die die Ukraine unterstützenden Staaten - das weitere Vorgehen beraten.

Bei schweren russischen Luftangriffen auf Kiew wurden am
Dienstag sechs Menschen getötet und 13 weitere verletzt. Zudem
wurden die Strom- und Wärmeversorgung der Hauptstadt getroffen.
Präsident Wolodymyr Selenskyj zufolge starteten die russischen
Streitkräfte den zweiten Großangriff auf Kiew in diesem Monat
mit mehr als 460 Drohnen und 22 Raketen. "Die Hauptziele waren
der Energiesektor und alles, was das normale Leben
aufrechterhält", schrieb Selenskyj auf dem Kurznachrichtendienst
Telegram. Nach Angaben der Kiewer Militärverwaltung wurde
Fernwärme in mehreren Bezirken eingeschränkt. In der
Schwarzmeerstadt Odessa wurden die Hafen- und
Energieinfrastruktur beschädigt und sechs Menschen verletzt.
 
Nach russischen Angaben war die Grenzregion Rostow Ziel
großer ukrainischer Angriffe, bei denen mindestens drei Menschen
starben. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, die
Luftabwehr habe landesweit 249 ukrainische Drohnen abgefangen.

(Bericht von Idrees Ali, Pavel Polityuk, Olena Harmash und Devika Nair, geschrieben von Christian Götz und Hans Busemann, redigiert von . Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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