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25.11.2025 /10:32:07
FOKUS 1-Afghanistan droht Pakistan nach Angriff mit Vergeltung

(durchweg neu)

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Afghanistan: Zehn Tote bei pakistanischem Angriff

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Afghanistan: Unter den Toten neun Kinder

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Taliban-Regierung: Antwort zu gegebener Zeit
 
25. Nov (Reuters) - Afghanistan droht seinem Nachbarland
Pakistan nach dessen Angriff mit zehn Toten Vergeltung an. "Zu
gegebener Zeit wird eine notwendige Antwort erfolgen", erklärte
der Sprecher der radikal-islamischen Taliban, Sabihullah
Mudschahed, am Dienstag. Bei den Bombardements in der Nacht
seien neun Kinder und eine Frau getötet worden. Die
pakistanischen Angriffe auf drei Provinzen an der Grenze seien
eine "Verletzung der Souveränität Afghanistans und ein klarer
Bruch aller international anerkannten Normen" durch Pakistan.
"Die Verteidigung unseres Luftraums, unseres Territoriums und
unseres Volkes ist unser legitimes Recht", erklärte Mudschahed.
Eine Stellungnahme Pakistans lag zunächst nicht vor.

Den Angriffen waren mehrere Anschläge in Pakistan vorausgegangen, für die die Regierung in Islamabad in Afghanistan ansässige Extremisten verantwortlich macht. Am Montag wurden bei Selbstmordanschlägen in Peschawar drei Angehörige paramilitärischer Einheiten getötet. Anfang des Monats tötete ein Selbstmordattentäter in Islamabad zwölf Menschen. Es war das erste Mal seit einem Jahrzehnt, dass in der pakistanischen Hauptstadt Zivilisten Ziel eines solchen Anschlags waren. Einen Tag zuvor hatte ein weiterer Attentäter ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug in das Haupttor einer Militärschule im Distrikt Süd-Wasiristan nahe der afghanischen Grenze gerammt und dabei drei Menschen getötet. Pakistan erklärte, es seien alle drei Anschläge nach Afghanistan zurückverfolgt worden. Die Taliban bestreiten, dass ihr Staatsgebiet von pakistanischen Extremisten genutzt wird.

In den vergangenen Wochen hatte nach tödlichen Grenzgefechten im Oktober zunächst eine Waffenruhe zwischen den beiden Ländern gehalten. Bei den Gefechten mit Dutzenden Toten hatte es sich um die schwersten Auseinandersetzungen seit der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan im Jahr 2021 gehandelt. Verhandlungen über eine dauerhafte Friedenslösung in Doha scheiterten jedoch. Die Regierung in Kabul hatte sich geweigert, eine von Pakistan geforderte schriftliche Zusage zum Vorgehen gegen gesuchte Extremisten zu geben. Die Taliban argumentieren, es könne nicht von ihnen erwartet werden, die Sicherheit in Pakistan zu garantieren.

(Bericht von: Shilpa Jamkhandikar, Mushtaq Ali, Mohammad Yunus Yawar; bearbeitet von Sabine Ehrhardt, redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)

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