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| Neuer Haushalt am Mittwoch |
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| Kräftige Steuererhöhungen erwartet |
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| Anleihemärkte nervös |
| London, 25. Nov (Reuters) - Die britische |
| Finanzministerin Rachel Reeves steht vor der Vorlage des zweiten |
| Haushalts der Labour-Regierung an diesem Mittwoch unter |
| erheblichem Druck. Es wird erwartet, dass sie eine weitere Runde |
| kräftiger Steuererhöhungen ankündigen wird. Dies dürfte zu einem |
| Test für das Vertrauen der Wähler in die Regierung von |
| Premierminister Keir Starmer werden. Zudem ist der Anleihemarkt |
| ohnehin verunsichert und dürfte das Geschehen im Westminster mit |
| besonderer Aufmerksamkeit verfolgen. Die Glaubwürdigkeit der |
| Ministerin und womöglich auch von Starmer stehen auf dem Spiel. |
Noch vor einem Jahr hatte Reeves erklärt, ein solcher Haushalt sei nicht mehr nötig. Sie habe die öffentlichen Finanzen stabilisiert und es werde keine weiteren Steuererhöhungen geben, versprach sie damals. Der jetzige Kurswechsel stößt nicht überall auf Gegenliebe. Einer Umfrage des Instituts YouGov zufolge sind nur neun Prozent der Briten mit ihrer Arbeit zufrieden, während 61 Prozent sie ablehnen. Auch in ihrer eigenen Partei wächst die Unruhe über den Kurs der Regierung.
Zur Verunsicherung von Investoren und Wählern trugen zuletzt widersprüchliche Signale von Reeves und Premierminister Starmer zur Steuerpolitik bei. Anfang November schien Reeves eine Anhebung des Einkommensteuersatzes vorzubereiten. Kurz darauf verlautete jedoch aus Regierungskreisen, dass eine Kehrtwende folge und die Einkommensteuer unangetastet bleibe. Die Kurse britischer Staatsanleihen (Gilts) brachen daraufhin ein. "Sie hat eine gewisse Glaubwürdigkeit aufgebaut", bilanziert David Zahn, der den Bereich europäische festverzinsliche Wertpapiere bei Franklin Templeton leitet, und ergänzt: "Dann hat sie sie im Grunde verloren."
(Bericht von Elizabeth Piper, Sarah Young, Elisa Martinuzzi, Dhara Ranasinghe und Yoruk Bahceli, geschrieben von Philipp Krach. Redigiert von Hans Busemann Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)