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| Ukraine unterstützt Grundzüge von Friedensplan |
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| US-Konjunkturdaten fallen uneinheitlich aus |
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| Thyssenkrupp Nucera nach Zahlen mit Kurssturz |
| (Neu: Xetra-Schlusskurse, Wall Street) |
| Frankfurt, 25. Nov (Reuters) - Neu entflammte Hoffnungen |
| auf ein Friedensabkommen für die Ukraine haben die Börsen am |
| Dienstag ins Plus gehievt. Der Dax <.GDAXI> notierte zum |
| Handelsschluss ein Prozent höher bei 23.464,63 Punkten. Der |
| EuroStoxx50 <.STOXX50E> legte um 0,8 Prozent auf 5573,91 Zähler |
| zu. Die Ukraine unterstützt im Wesentlichen einen von den USA |
| vorgeschlagenen Rahmen für einen Frieden mit Russland. Dies |
| sagte am Nachmittag ein ukrainischer Regierungsvertreter nach |
| den Gesprächen mit den USA in Genf. Einige der heikelsten Fragen |
| müssten jedoch noch zwischen den Präsidenten beider Länder |
| besprochen werden. |
Offen sei auch die Frage, welchem Plan Kiew zugestimmt habe, sagte Christine Romar vom Broker RoboMarkets. Der ursprüngliche Plan wurde von den Europäern abgelehnt und daraufhin von den USA angepasst. "Dieser Vorschlag wiederum stieß auf Ablehnung in Moskau, was nicht unbedingt für eine Zustimmung der kriegsführenden Partei in den kommenden Tagen spricht. Diese allerdings ist für einen nachhaltigen Frieden unabdingbar", sagte die Expertin.
Die Rüstungsaktien blieben auf Erholungskurs. In Frankfurt legten Renk <R3NK.DE> und Rheinmetall <RHMG.DE> um knapp fünf und zwei Prozent zu. Der europäische Branchenindex <.SXPARO> rückte um ein Prozent vor, nachdem er an den vergangenen zwei Handelstagen insgesamt mehr als fünf Prozent eingebüßt hatte.
Die wichtigsten US-Indizes <.SPX> <.IXIC> fanden indes keine gemeinsame Richtung. Die Anleger versuchten, uneinheitlich ausgefallene Konjunkturdaten mit Blick auf die nächsten geldpolitischen Schritte der US-Notenbank Fed zu interpretieren. Die Umsätze des US-Einzelhandels legten im September weniger stark als erwartet zu, während die Erzeugerpreise im selben Zeitraum vor allem wegen teurerer Energie stiegen. Die Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell versuchen, mit erhöhten Zinsen die hohe Inflation einzudämmen, ohne die Konjunktur abzuwürgen.
Experten zeigten sich gelassen. "Da die Parade der Fed-Redner nun mit Beginn der Schweigeperiode heute endet, dürfte die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung vorerst dort bleiben, wo sie ist", sagte Art Hogan, Chefstratege beim Vermögensverwalter B. Riley Wealth. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung der Fed bei ihrer Entscheidung am 10. Dezember wird an den Terminmärkten derzeit auf rund 75 Prozent geschätzt.
RoboMarkets-Stratege Jürgen Molnar mahnte hingegen zur Vorsicht: "Der geldpolitische Rat in der Federal Reserve ist tief gespalten und die aktuelle Datenlage wegen des Shutdowns uneindeutig wie lange nicht." Zudem dürften die entscheidenden Indikatoren zu Inflation und Arbeitsmarkt erst nach der Sitzung veröffentlicht werden. Daher sei es denkbar, dass die Fed bei ihrer Entscheidung am 10. Dezember entgegen den Erwartungen der Anleger eine Zinspause einlegt. Dies wäre etwa dann der Fall, wenn sich die Lage an den Finanzmärkten in den kommenden Tagen weiter beruhigte, was den Handlungsbedarf für die US-Notenbank reduzieren dürfte.
Bei den Einzelwerten außerhalb des Rüstungssektors geriet Thyssenkrupp Nucera <NCH2.DE> unter Druck. Die Titel der Wasserstofftochter des Essener Industriekonzerns rutschten um fast 9,3 Prozent ab. Nucera habe enttäuschende vorläufige Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2024/25 und einen "erschreckend schwachen" Ausblick für das Geschäftsjahr 2025/26 vorgelegt, sagte ein Händler.
Anleger griffen hingegen unter anderem bei Continental <CONG.DE> zu. Die Titel des Reifenherstellers rückten um gut drei Prozent vor. Ein Händler verwies auf die Hochstufung durch die Analysten der Investmentbank Jefferies, die ihre Empfehlung auf "Buy" von zuvor "Hold" setzten.
An der Börse in London trieb eine angehobene Jahresprognose die Aktien von Kingfisher an. Die Papiere der Baumarktkette stiegen um sechs Prozent und waren damit Spitzenreiter im britischen Leitindex FTSE 100.
(Bericht von Sanne Schimanski. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)