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Konjunkturdaten schüren neue Zinshoffnungen
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Meta liebäugelt mit Googles KI-Prozessoren - Nvidia fällt
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Kaufhauskette Kohl's nach Prognoseerhöhung mit Kursfeuerwerk
| (Neu: Kohl's, Alibaba) |
| Frankfurt, 25. Nov (Reuters) - Nach einem |
| uneinheitlichen Handelsstart geht es an der Wall Street erneut |
| nach oben. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte |
| am Dienstag gut ein Prozent höher bei 47.006 Punkten. Der |
| breiter gefasste S&P 500 <.SPX> gewann knapp ein Prozent auf 6756 |
| Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq <.IXIC> rückte um |
| ein halbes Prozent auf 22.985 Stellen vor. |
Die Anleger hofften, dass die jüngsten Konjunkturdaten die US-Notenbank Fed zu einer Zinssenkung bei ihrer Entscheidung am 10. Dezember bewegen. Die Umsätze des US-Einzelhandels legten im September weniger stark als erwartet zu, während die Erzeugerpreise im selben Zeitraum vor allem wegen teurerer Energie stiegen. "Einige der Daten deuten darauf hin, dass sich die Wirtschaft abschwächt", sagte Phil Blancato vom Vermögensverwalter Ladenburg in New York. "Das gibt der Fed zumindest den ersten Anhaltspunkt, über eine Zinssenkung nachzudenken." Die Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell versuchen, mit erhöhten Zinsen die hohe Inflation einzudämmen, ohne die Konjunktur abzuwürgen.
"Da die Parade der Fed-Redner nun mit Beginn der Schweigeperiode heute endet, dürfte die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung vorerst dort bleiben, wo sie ist", fasste Art Hogan vom Vermögensverwalter B. Riley Wealth zusammen. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung wird an den Terminmärkten derzeit auf rund 75 Prozent geschätzt.
RoboMarkets-Stratege Jürgen Molnar mahnte hingegen zur Vorsicht: "Der geldpolitische Rat in der Federal Reserve ist tief gespalten und die aktuelle Datenlage wegen des Shutdowns uneindeutig wie lange nicht." Zudem dürften die entscheidenden Indikatoren zu Inflation und Arbeitsmarkt erst nach der Sitzung veröffentlicht werden. Daher sei es denkbar, dass die Fed bei ihrer Entscheidung am 10. Dezember entgegen den Erwartungen der Anleger eine Zinspause einlegt. Dies wäre etwa dann der Fall, wenn sich die Lage an den Finanzmärkten in den kommenden Tagen weiter beruhigte, was den Handlungsbedarf für die US-Notenbank reduzieren dürfte.
Im Rampenlicht bei den Einzelwerten standen erneut die Technologiegiganten. Die Facebook-Mutter Meta <META.O> will einem Medienbericht zufolge in ihren geplanten KI-Rechenzentren Prozessoren der Alphabet-Tochter Google <GOOGL.O> einsetzen. Die Aktien beider Unternehmen rückten um knapp drei und 1,5 Prozent vor.
Gefragt waren auch die Titel von Broadcom <AVGO.O>, die um rund ein Prozent zulegten. Der Chipkonzern unterstützt Google bei der Entwicklung und Produktion von KI-Chips. Die Konkurrenten AMD <AMD.O> und Nvidia <NVDA.O>, die derzeit den Markt in diesem Bereich dominieren, büßten hingegen rund sieben und 3,5 Prozent ein. "Es herrscht die falsche Annahme, dass es nur einen einzigen KI-Chipkonzern gibt und niemand sonst an Konkurrenz arbeitet - und nun haben wir eine Schlagzeile, die uns daran erinnert, dass dem nicht so ist", sagte Ladenburg-Experte Blancato.
Eine optimistische Prognose bescherte indes den Aktien der Kaufhauskette Kohl's ein Kursfeuerwerk. Die Titel schossen um mehr als 35 Prozent nach oben, während die des Rivalen Macy's <M.N> in ihrem Kielwasser um knapp acht Prozent zulegten.
Für Gesprächsstoff sorgte auch Alibaba <BABA.N>. Der chinesische Online-Händler übertraf im abgelaufenen Quartal zwar die Umsatzerwartungen der Analysten, was die US-notierten Aktien anfänglich um bis zu 3,5 Prozent ins Plus hievte. Die Titel konnten ihre Gewinne jedoch nicht halten und gaben im späteren Handelsverlauf 1,5 Prozent nach.
(Bericht von Sanne Schimanski Redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)