| (Weitgehend neu) |
*
| Kreml kündigt weitere Beratungen für kommende Woche an |
*
| Auch Trumps Schwiegersohn Kushner beteiligt |
*
| Merz warnt vor "Abkommen zwischen den Großmächten" |
| Moskau, 26. Nov (Reuters) - Ranghohe US-Vertreter wollen |
| kommende Woche in Moskau erneut mit der russischen Führung über |
| einen Friedensplan für die Ukraine beraten. Erwartet werde unter |
| anderem der Sondergesandte von US-Präsident Donald Trump, Steve |
| Witkoff, teilte der Kreml in Moskau am Mittwoch mit. Es sei eine |
| grundsätzliche Einigung erzielt worden, dass Witkoff in der |
| kommenden Woche nach Moskau komme, sagte der außenpolitische |
| Berater von Präsident Wladimir Putin, Juri Uschakow. Trump |
| selbst erklärte, Witkoff werde Putin treffen. An den Bemühungen |
| sei zudem Trumps Schwiegersohn Jared Kushner beteiligt, der an |
| der Aushandlung des Gaza-Abkommens beteiligt war, das zu einem |
| brüchigen Waffenstillstand im Krieg zwischen Israel und der |
| Hamas führte. |
In Berlin warnte Bundeskanzler Friedrich Merz die USA und Russland davor, eine Vereinbarung ohne die Zustimmung der Ukraine und der Europäer zu treffen. "Ein zwischen Großmächten verhandeltes Abkommen ohne die Zustimmung der Ukraine und ohne die Zustimmung der Europäer wird keine Grundlage sein für einen echten tragfähigen Frieden in der Ukraine", sagte Merz im Bundestag. Mit Blick auf die Gespräche in Moskau mahnte er in Richtung Washington: "Über europäische Angelegenheiten kann nur im Einvernehmen mit Europa entschieden werden." Um die Verhandlungsposition der Ukraine zu stärken, forderte Merz, eingefrorene russische Staatsvermögen für einen Milliardenkredit an die Ukraine zu verwenden.
Trump sagte, die US-Unterhändler machten Fortschritte in den Gesprächen mit Russland und der Ukraine. Moskau habe einigen Zugeständnissen zugestimmt. Er warnte jedoch, der Krieg bewege sich "nur in eine Richtung", so dass Russland in den kommenden Monaten weitere Gebiete einnehmen könnte. Den pro-ukrainischen Karten zufolge kontrollieren die russischen Streitkräfte derzeit mehr als 19 Prozent der Ukraine, was 115.600 Quadratkilometern entspricht. Dies ist ein Prozentpunkt mehr als vor zwei Jahren. Im Jahr 2025 sind die russischen Streitkräfte so schnell vorgerückt wie seit 2022 nicht mehr.
In der vergangenen Woche war ein US-Friedensplan durchgesickert, der ukrainische und europäische Vertreter beunruhigte. Die Vorlage kam offenbar den wichtigsten Forderungen Moskaus bezüglich der Nato, der Kontrolle Moskaus über ein Fünftel der Ukraine und der Begrenzung der ukrainischen Armee entgegen. Daraufhin legten die europäischen Mächte einen Gegenvorschlag vor. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, die Ukraine sei bereit, mit einem von den USA unterstützten Abkommen voranzukommen. Die genauen Details der jüngsten Version des Plans sind jedoch unklar.
Die diplomatischen Bemühungen werden von der Veröffentlichung eines offenbar abgehörten Telefonats überschattet. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte berichtet, dass Witkoff in einem Telefonat mit Uschakow am 14. Oktober eine Zusammenarbeit bei einem Waffenstillstandsplan vorschlug. Auf die Frage, warum das Gespräch an die Öffentlichkeit gelangt sei, sagte Uschakow: "Wahrscheinlich, um zu behindern." Er werde mit Witkoff über das Leck sprechen. Uschakow erklärte zudem, der Friedensplan sei bei Treffen russischer und US-amerikanischer Vertreter in Abu Dhabi in dieser Woche nicht erörtert worden.
Der frühere US-Präsident Joe Biden, führende europäische Politiker und die Ukraine bezeichnen die russische Invasion als völkerrechtswidrige Landnahme im imperialen Stil. Putin hingegen sieht den Krieg als historischen Wendepunkt in den Beziehungen Moskaus zum Westen, der Russland nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 durch die Erweiterung der Nato gedemütigt habe. Trump, der sich guter Beziehungen zu Putin rühmt, bezeichnet den Krieg als sinnloses "Blutbad", das beendet werden müsse. US-Vertretern zufolge sind in dem Krieg bislang mehr als 1,2 Millionen Russen und Ukrainer getötet oder verletzt worden.
(Bericht von Guy Faulconbridge, Anton Kolodyazhnyy und Andreas Rinke Bearbeitet von Alexander Ratz Redigiert von Sabine Ehrhardt Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)