| (neu: Opferzahlen, Details, Reaktion Syrien, Hintergrund) |
*
| Sana: Unter den Getöteten sind zwei Kinder |
*
| Israels Militär: Mehrere Terroristen ausgeschaltet |
| Jerusalem/Damaskus, 28. Nov (Reuters) - Das israelische |
| Militär hat syrischen Medien zufolge bei einer Razzia in einem |
| Dorf im Süden Syriens zehn Menschen getötet. Unter den Opfern |
| seien zwei Kinder, meldete die staatliche syrische |
| Nachrichtenagentur Sana am Freitag. Dutzende weitere Menschen |
| seien verletzt worden, berichtete die Agentur unter Berufung auf |
| den Leiter der Gesundheitsbehörde im Regierungsbezirk |
| Damaskus-Land. Der israelische Angriff in der Umgebung von Beit |
| Dschinn sei einer der Vorfälle mit den meisten Opfern dieser Art |
| seit dem Sturz von Präsident Baschar al-Assad vor einem Jahr. |
| Das syrische Außenministerium sprach von einem |
| "Kriegsverbrechen". Das israelische Militär erklärte, bei dem |
| nächtlichen Einsatz in der Gegend um Beit Dschinn seien fünf |
| seiner Soldaten verletzt worden, drei von ihnen schwer. Sie |
| seien im Einsatz beschossen worden. Ziel sei die Festnahme von |
| Verdächtigen einer Gruppe gewesen, die das Militär als |
| "Terrororganisation Dschaama Islamija" bezeichnet. "Mehrere |
| Terroristen wurden ausgeschaltet", so die israelische Armee. |
Die israelischen Streitkräfte hätten Beit Dschinn um 03.40 Uhr (Ortszeit, 02.40 Uhr MEZ) beschossen und seien in das Dorf eingedrungen, berichtete Sana. Bewohner hätten sich den Soldaten entgegengestellt, woraufhin diese das Feuer erwiderten, was zu heftigen Auseinandersetzungen geführt habe.
Das Militär sprach von einem Routineeinsatz in Beit Dschinn. Das israelische Militär wirft den von ihm Verdächtigen vor, schwere Terroranschläge auf israelische Zivilisten vorbereitet zu haben. Nähere Angaben dazu machte es nicht. Zwei Verdächtige seien festgenommen und eine Reihe von Kämpfern seien getötet worden. Der Einsatz sei abgeschlossen.
Nach Assads Sturz durch sunnitisch-islamistische Rebellen hatte Israel Truppen und militärisches Gerät über eine bereits 1974 festgelegte Pufferzone zwischen den beiden Staaten hinaus nach Südsyrien verlegt. Dazu gehört auch der strategisch wichtige Berg Hermon. Seither führt Israel regelmäßig Einsätze in syrischen Dörfern im Süden Syriens aus. Erklärtes Ziel ist es, die Grenzregion frei von militanten Kämpfern zu halten.
Israels Regierung hegt ein tiefes Misstrauen gegenüber der neuen syrischen Führung unter Präsident Ahmed al-Scharaa, der das islamistische Milizen-Bündnis HTS angeführt hatte, das an der Spitze des Aufstands gegen Assad stand. Israel pocht auf ein entmilitarisiertes Südsyrien. Scharaa hingegen erklärt, Syrien stelle keine Bedrohung für irgendeinen Staat in der Region oder der Welt dar.
Israel hat bereits mehrmals militärisch interveniert mit dem Argument, es wolle die drusische Minderheit in Syrien schützen, insbesondere während der gewaltsamen Auseinandersetzungen in der Provinz Suwaida im Juli zwischen sunnitischen Beduinen und Regierungstruppen einerseits und Drusen andererseits. Israel hatte bereits unter Assads Herrschaft Syrien häufig bombardiert. Nach Assads Sturz verstärkte Israel seine Militäreinsätze.
(Bericht von: Tala Ramadan, Maya Gebeily, Kinda Makieh, Alexander Cornwell, Pesha Magid; bearbeitet von Sabine Ehrhardt, redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)